Kreative Gestaltungstherapie
Alle Menschen haben innere Bilder. Diese Bilder gestalterisch zum Ausdruck kommen zu lassen, sie ernst zu nehmen und den in ihnen enthaltenen Spuren des Erlebens Raum zu geben, ist ein wesentlicher Bestandteil der Kreativen Gestaltungstherapie. Bilder sprechen, wo es keine – noch keine – Worte gibt. Unbewusste Konflikte können so zu Tage treten und oftmals auch in ihnen schon enthaltene Lösungsansätze.
Festgefahrene Verhaltensmuster können durch malen, formen (z.B. Tonarbeiten), kleckern, Musik und Tanz in Bewegung geraten und so sicht- und veränderbar werden. Dieser kreative Vorgang ist eine Möglichkeit, etwas von sich auszudrücken, das mit Worten zunächst schwer zu formulieren ist. Dazu bedarf es keinerlei künstlerischer Fähigkeiten, und es kommt auch nicht darauf an, schön oder perfekt zu gestalten oder sich zu bewegen.
Ziel ist es, in Kontakt mit den eigenen inneren Bildern zu kommen. Dies ermöglicht oft eine tief greifende Veränderung zu einem selbstbestimmteren und zufriedeneren Leben.
Was kann Therapie bewirken?
Bei jedem Menschen individuell Anderes.
Als Illustration hier ein Text aus der Autobiographie von Portia Nelson
Ich gehe die Straße hinab.
im Bürgersteig ein tiefes Loch.
Ich falle hinein.
Ich bin am Ende... Ich bin hilflos.
Aber ich kann nichts dafür.
Es dauert ewig, hier wieder herauszukommen.
Ich gehe die gleiche Straße hinab.
Im Bürgersteig ein tiefes Loch.
Ich tue, als sähe ich es nicht.
Ich falle wieder hinein.
Ich kann nicht glauben, dass ich wieder drin stecke.
Aber ich kann nichts dafür.
Und wieder dauert es lange, bis ich herauskomme.
Ich gehe die gleiche Straße hinab.
Im Bürgersteig ein tiefes Loch.
Ich sehe, dass es da ist.
Und ich falle wieder hinein… Es ist schon Gewohnheit.
Meine Augen sind auf.
Ich weiß, wo ich bin.
Ich kann sehr wohl etwas dafür.
Ich steige sofort aus.
Ich gehe die gleiche Straße hinab.
Im Bürgersteig ein tiefes Loch.
Ich gehe drum herum.
Ich gehe eine andere Straße hinab.
Portia Nelson („Autobiography in five short chapters“)
